Solarpark Pachtpreise in Schleswig-Holstein: Regionale Übersicht 2026

Solarpark auf einer Freifläche in Schleswig-Holstein mit Windrädern im Hintergrund

Schleswig-Holstein bietet strukturell interessante Voraussetzungen für die Verpachtung von Flächen an Solarpark-Betreiber. Das nördlichste Bundesland kombiniert flaches Gelände, eine durch den Windkraftausbau gut entwickelte Netzinfrastruktur und politischen Rückhalt für Photovoltaik.

Wichtig vorweg: Das Bundesland allein bestimmt nicht den Pachtpreis. Entscheidend sind die konkreten Standortfaktoren Ihrer Fläche: Netzanschluss, Flächengröße, Bodenpunkte und EEG-Förderfähigkeit. Die in diesem Artikel genannten Werte sind Orientierungsspannen für typische Regionen in Schleswig-Holstein. Den tatsächlichen Preis für Ihre Fläche ermitteln Sie am besten individuell mit unserem Pachtrechner.

Pachtpreisspannen für Solarparks in Schleswig-Holstein

Die Pachtpreise für Solarparks in Schleswig-Holstein bewegen sich je nach Standort und Flächenqualität typischerweise zwischen 2.500 und 4.500 Euro pro Hektar und Jahr. Damit liegt Schleswig-Holstein im soliden Mittelfeld, vergleichbar mit Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern und etwas unter den Werten in Bayern oder Baden-Württemberg.

Den größten Einfluss hat die Nähe zum nächsten Umspannwerk: Je kürzer die Anschlussstrecke, desto höher die Pacht. Wichtig sind außerdem die Bodenpunkte (niedrige Werte sind nach EEG förderfähig und erzielen daher oft höhere Pachten), die Flächengröße (ab rund 5 Hektar wird ein Standort wirtschaftlich interessant) sowie die Lage entlang von Autobahnen oder Bahnstrecken, die in der privilegierten Förderung liegen.

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Warum Schleswig-Holstein für Solarparks besonders attraktiv ist

Flaches Gelände und geringe Verschattung

Die weitgehend flache Topografie Schleswig-Holsteins bietet ideale Voraussetzungen für großflächige Solarparks. Es gibt kaum Berge oder Hügel, die für Verschattung sorgen könnten. Das erleichtert die Planung und maximiert den Energieertrag pro Hektar.

Starke Tradition bei erneuerbaren Energien

Schleswig-Holstein ist seit Jahrzehnten Vorreiter bei der Windenergie. Diese Tradition hat zu einer hervorragend ausgebauten Netzinfrastruktur geführt. Umspannwerke und Einspeisepunkte sind in vielen Regionen dichter verteilt als in anderen Bundesländern. Davon profitieren jetzt auch Solarpark-Projekte, denn kürzere Netzanschlüsse bedeuten geringere Projektkosten und damit höhere Pachtzahlungen.

Wind-Solar-Kombination

Eine Besonderheit in Schleswig-Holstein ist die Möglichkeit, Wind- und Solarenergie auf benachbarten Flächen zu kombinieren. Da Windkraft und Photovoltaik zu unterschiedlichen Zeiten Strom produzieren, können gemeinsame Netzanschlüsse genutzt werden. Das senkt die Infrastrukturkosten erheblich und macht Flächen in der Nähe bestehender Windparks besonders wertvoll.

Netzanbindung Richtung Skandinavien

Durch die geografische Nähe zu Dänemark und die bestehenden Stromtrassen Richtung Skandinavien verfügt Schleswig-Holstein über besonders leistungsfähige Netzverbindungen. Die NordLink-Verbindung nach Norwegen und die geplanten weiteren Interkonnektoren schaffen zusätzliche Abnahmekapazitäten für erneuerbar erzeugten Strom.

Regionale Muster in Schleswig-Holstein

Die folgenden Spannen sind typische Orientierungswerte für die jeweiligen Regionen. Der tatsächliche Pachtpreis ergibt sich aus den konkreten Standortfaktoren einer einzelnen Fläche.

Nordfriesland

Große Agrarflächen, niedrige Bevölkerungsdichte, gut ausgebaute Netzinfrastruktur durch die vielen Windparks entlang der Westküste. Eine der gefragtesten Regionen für Solarparks in Schleswig-Holstein. Beobachtete Spanne: 3.000 bis 4.500 Euro pro Hektar und Jahr.

Dithmarschen

Ausgedehnte landwirtschaftliche Flächen, teilweise niedrige Bodenwerte, insbesondere in Marsch- und Geestgebieten. Diese benachteiligten Gebiete sind nach dem EEG förderfähig. Beobachtete Spanne: 2.800 bis 4.000 Euro pro Hektar und Jahr.

Ostholstein und Plön

Gute Möglichkeiten, häufig etwas niedrigere Spannen als an der Westküste. Flächen entlang der Bahnstrecke Lübeck-Kiel und in der Nähe der A1 können im privilegierten Korridor liegen. Beobachtete Spanne: 2.500 bis 3.500 Euro pro Hektar und Jahr.

Herzogtum Lauenburg und Stormarn

Im Süden tendenziell intensivere landwirtschaftliche Nutzung und höhere Bodenpreise; Konkurrenz mit der Landwirtschaft kann die Verfügbarkeit einschränken. Dafür Nähe zum Großraum Hamburg und entsprechende Netzkapazitäten. Beobachtete Spanne: 2.500 bis 3.800 Euro pro Hektar und Jahr.

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Welche Flächen eignen sich in Schleswig-Holstein besonders?

Für die Verpachtung einer Freifläche für einen Solarpark in Schleswig-Holstein gelten grundsätzlich die gleichen Kriterien wie im restlichen Bundesgebiet. Besonders geeignet sind:

Im Vordergrund stehen Ackerflächen mit niedrigen Bodenpunkten (unter 50), die als benachteiligt gelten und damit EEG-förderfähig sind. Auch extensiv genutztes Grünland eignet sich hervorragend. Flächen entlang der Autobahnen A1, A7 und A23 sowie mehrspuriger Bahnstrecken liegen im privilegierten Korridor. Konversionsflächen wie ehemalige militärische Liegenschaften, Deponien oder Industriebrachen bringen den höchsten EEG-Bonus mit. Und Flächen nahe bestehender Windparks profitieren von der gemeinsamen Netznutzung.

Die Mindestfläche für einen wirtschaftlich sinnvollen Solarpark beträgt in der Regel 5 Hektar. Größere Flächen ab 10 Hektar erzielen in der Regel bessere Pachtkonditionen, da die Fixkosten der Projektierung auf mehr Fläche verteilt werden.

Pachtvertrag und Laufzeit in Schleswig-Holstein

Die Pachtverträge für Solarparks in Schleswig-Holstein haben eine typische Laufzeit von 25 bis 30 Jahren mit Verlängerungsoptionen auf bis zu 40 Jahre. Die Pachtzahlung beginnt in der Regel mit der Inbetriebnahme der Anlage. In der Projektierungsphase, die je nach Genehmigungslage 1 bis 3 Jahre dauern kann, wird häufig eine reduzierte Nutzungsentschädigung gezahlt.

Wichtig für Flächeneigentümer: Der Pachtvertrag sollte eine Rückbauverpflichtung enthalten, damit nach Ende der Nutzungsdauer die Fläche in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt wird. Seriöse Projektentwickler stellen hierfür eine Bankbürgschaft.

Steuerliche Aspekte der Flächenverpachtung

Die Einnahmen aus der Verpachtung einer Fläche für Photovoltaik unterliegen der Einkommensteuer. Für Landwirte kann die Verpachtung zudem Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Betriebseigenschaft haben. Wir empfehlen daher, die steuerliche Beratung frühzeitig einzuholen, um unerwartete Nachteile zu vermeiden.

So ermitteln Sie den Pachtpreis für Ihre Fläche in Schleswig-Holstein

Der konkrete Pachtpreis hängt von den individuellen Gegebenheiten Ihrer Fläche ab. Faktoren wie Größe, Lage, Bodenwert und Entfernung zum nächsten Netzanschlusspunkt spielen zusammen. Um eine erste Einschätzung zu erhalten, empfehlen wir Ihnen unseren kostenlosen Pachtrechner. In nur wenigen Minuten erhalten Sie eine realistische Bewertung Ihrer Fläche und können anschließend unverbindlich mit geprüften Projektentwicklern in Kontakt treten.

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Über den Autor

Foto von Stefan Köhn
Stefan Köhn · Geschäftsführer · LinkedIn

Stefan Köhn ist Geschäftsführer der FlächenMakler GmbH. Er verantwortet die Vermittlung zwischen Flächeneigentümern und Projektentwicklern für Photovoltaik- und Windkraftprojekte.

Veröffentlicht am 12. März 2026 · Zuletzt aktualisiert am 10. Mai 2026

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