Wer sein Grünland oder seine Wiese für Photovoltaik verpachten will, geht in der Regel diese Schritte: Eignung der Fläche prüfen, Pachtpreis einschätzen, Projektentwickler ansprechen, Vertrag verhandeln und unterzeichnen. Dieser Artikel zeigt Ihnen, worauf es in jedem Schritt ankommt.
Als unabhängiger Vermittler zwischen Flächeneigentümern und Projektentwicklern vermittelt FlächenMakler Grünland-Flächen für Photovoltaik-Projekte bundesweit. Die folgenden Hinweise stammen aus dieser Vermittlungspraxis.
Sie besitzen Grünland und wollen es für Photovoltaik verpachten? Berechnen Sie jetzt kostenfrei Ihren möglichen Pachtpreis:
Vorteile der Verpachtung von Grünflächen für Photovoltaik
Die Verpachtung von Grünflächen, Wiesen oder Weideflächen für die Installation von Photovoltaikanlagen bietet Grundstückseigentümern hohe und langfristig stabile Einnahmen, schont gleichzeitig den Boden und liefert einen direkten Beitrag zur Energiewende.
Beitrag zum Umweltschutz
Die Nutzung von Grünflächen für Photovoltaikanlagen leistet einen bedeutenden Beitrag zum Umweltschutz. Durch die Erzeugung von sauberer, erneuerbarer Energie wird der Ausstoß von CO2 und anderen schädlichen Treibhausgasen reduziert. Eigentümer, die ihre Flächen für Photovoltaik zur Verfügung stellen, tragen aktiv zur Energiewende bei.
Bodenschutz und -regeneration
Durch die Installation von Solarmodulen bleibt der Boden unter den Anlagen ungestört, was seine Regeneration fördert. Im Gegensatz zu intensiver landwirtschaftlicher Nutzung, bei der der Boden häufig stark beansprucht und ausgelaugt wird, kann sich der Boden unter Photovoltaikanlagen erholen. Die natürliche Vegetation kann sich entfalten, was die Bodenstruktur verbessert und langfristig den Bodenwert steigert.
Lange Pachtlaufzeiten und stabile Einnahmen
Üblicherweise werden Pachtverträge für Photovoltaikanlagen über 30 Jahre abgeschlossen, mit der Option auf eine Verlängerung auf bis zu 40 Jahre. Diese langen Laufzeiten bieten Eigentümern eine stabile Einkommensquelle über Jahrzehnte hinweg.
Hohe Pachteinnahmen
Die Pachteinnahmen für solche Flächen können bis zu zehnmal höher ausfallen als bei traditioneller landwirtschaftlicher Nutzung. Während bei herkömmlicher Verpachtung oft nur geringe Erträge erzielt werden, bieten Photovoltaikprojekte eine attraktive und konstante Einnahmequelle.
Gut zu wissen
Die Pacht für Grünland bei Photovoltaik-Nutzung liegt durchschnittlich bei 3.000 bis 4.000 Euro pro Hektar und Jahr -- bis zu zehnmal höher als bei herkömmlicher landwirtschaftlicher Verpachtung. Die Vertragslaufzeiten betragen typischerweise 30 bis 40 Jahre.
Welche Grünflächen oder Wiesen kommen für die Verpachtung in Frage?
Nicht alle Flächen kommen gleichermaßen infrage. Entscheidend sind Schutzgebiete, Nähe zur Wohnbebauung, Bodenqualität, der Einsatz von Agri-PV, die Einstufung als privilegierte Fläche und die Entfernung zum Netzeinspeisepunkt.
1. Ausschluss von Schutzgebieten
- Naturschutzgebiete und Natura 2000-Gebiete: Diese Gebiete dienen dem Schutz gefährdeter Arten und Lebensräume und sind für die Installation von Photovoltaikanlagen nicht geeignet.
- Landschaftsschutzgebiete: Auch in diesen Gebieten sind Eingriffe in die Natur stark reglementiert.
- Moorflächen und Überflutungsgebiete: Aufgrund ihrer ökologischen Bedeutung sind diese Gebiete ebenfalls ungeeignet.
2. Flächen nahe an Wohnbebauung
Photovoltaikanlagen auf Grünflächen und Wiesen sollten so positioniert werden, dass sie die Lebensqualität in angrenzenden Wohngebieten nicht beeinträchtigen. In vielen Regionen gibt es spezifische Vorgaben, die vorschreiben, wie weit Photovoltaikanlagen von Wohnbebauungen entfernt sein müssen.
3. Bodenqualität und Agri-PV
Für Photovoltaikprojekte werden häufig Flächen bevorzugt, die eine niedrige Bodenqualität aufweisen. Höherwertige Flächen können dennoch für den Einsatz von Agri-Photovoltaik (Agri-PV) interessant sein, die die gleichzeitige Nutzung der Fläche für Solarstromproduktion und Landwirtschaft ermöglicht.
4. Privilegierte Flächen
Einige Flächen gelten als privilegierte Flächen und sind besonders für Photovoltaikanlagen geeignet:
- Flächen in einem Korridor von 200 Metern neben Autobahnen und mehrgleisigen Bahnstrecken
- Konversionsflächen: Bereits versiegelte Flächen wie alte Industriegebiete, Kies- oder Sandgruben
5. Entfernung zum Netzeinspeisepunkt
Je näher die Photovoltaikanlage an einem Umspannwerk oder Trafostation liegt, desto niedriger sind die Kosten für den Netzanschluss. Idealerweise sollte die Entfernung nicht mehr als wenige hundert Meter betragen.
Pachtpreise für Photovoltaik auf Grünland
Die Pachtpreise für Photovoltaik auf Grünland liegen im Durchschnitt zwischen 3.000 und 4.000 Euro pro Hektar und Jahr. Mehrere Faktoren beeinflussen den endgültigen Pachtpreis erheblich.
1. Entfernung zum Netzeinspeisepunkt
Je näher das Grünland an einem Umspannwerk oder einer Trafostation liegt, desto geringer sind die Kosten für den Anschluss der Photovoltaikanlage an das Stromnetz. Geringere Anschlusskosten bedeuten, dass höhere Pachtpreise gezahlt werden können.
2. EEG-Förderfähigkeit
Grundstücke, die die Anforderungen des EEG erfüllen, erhalten in der Regel eine konstante Einspeisevergütung über 20 Jahre, was die Rentabilität des Projekts sichert. Flächen, die nicht förderfähig sind, bieten ein höheres Risiko für den Betreiber, was sich in niedrigeren Pachtpreisen widerspiegeln kann.
3. Auszahlung aktueller Pächter
Wenn das Grundstück noch durch langfristige Pachtverträge gebunden ist, muss der neue Betreiber möglicherweise eine Entschädigung an den aktuellen Pächter zahlen. Diese zusätzlichen Kosten können den Pachtpreis drücken.
4. Altlasten auf dem Grundstück
Wenn sich auf dem Grünland alte Gebäude, Schutt oder gar kontaminierte Flächen befinden, müssen diese vor der Installation beseitigt werden. Infolgedessen könnte der mögliche Pachtpreis reduziert werden.
5. Komplexität der Projektierbarkeit
Flächen, die leicht zugänglich sind und wenig Hindernisse für die Installation bieten, sind für Betreiber attraktiver und erzielen daher höhere Pachtpreise.
Ablauf der Verpachtung
Bevor die Fläche von einem Investor oder Projektentwickler gepachtet wird, müssen zunächst Prüfungen und Genehmigungen eingeholt werden.
Den Anfang macht die Vorbereitung: Flächenbewertung, Prüfung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der EEG-Förderfähigkeit. Anschließend folgen die Marktanalyse und eine Wirtschaftlichkeitsrechnung. Auf dieser Basis nehmen Sie (oder ein Vermittler in Ihrem Auftrag) Kontakt mit Projektentwicklern auf, holen Angebote ein und verhandeln Konditionen.
Steht der Wunschpartner fest, wird der Pachtvertrag entworfen, juristisch geprüft und unterzeichnet. Parallel reicht der Projektentwickler die Genehmigungsanträge ein und erstellt die Projektplanung. Nach Bauabschluss laufen Anlage und Pachtzahlungen über die gesamte Vertragslaufzeit, mit regelmäßiger Wartung durch den Betreiber und einer laufenden Abrechnung der Pachtzahlungen, die Sie als Eigentümer im Blick behalten.
Was ist Ihre Fläche wert?
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