Niedersachsen ist flächenmäßig das zweitgrößte Bundesland Deutschlands und verfügt über sehr große landwirtschaftliche Flächen. Bekannt vor allem als Windenergie-Land, entwickelt sich Niedersachsen zunehmend auch zu einem Standort für Freiflächen-Photovoltaik, insbesondere durch die Kombination aus großen Flächen, flachem Terrain und einer guten Netzinfrastruktur aus dem Windkraftausbau.
Wichtig vorweg: Das Bundesland allein bestimmt nicht den Pachtpreis. Entscheidend sind die konkreten Standortfaktoren Ihrer Fläche, Netzanschluss, Flächengröße, Bodenpunkte und EEG-Förderfähigkeit. Die in diesem Artikel genannten Werte sind Orientierungsspannen für typische niedersächsische Regionen. Den tatsächlichen Preis für Ihre Fläche ermitteln Sie am besten individuell mit unserem Pachtrechner.
Typische Pachtpreisspannen in Niedersachsen
Die Pachtpreise für Solarparks in Niedersachsen bewegen sich typischerweise zwischen 2.500 und 4.000 Euro pro Hektar und Jahr, etwas unter dem Niveau der südlicheren Bundesländer, was vor allem an der geringeren Sonneneinstrahlung liegt.
| Preisbereich | Voraussetzungen |
|---|---|
| 2.500 – 3.000 €/ha/Jahr | Durchschnittliche Lage, höhere Bodenpunkte, größere Entfernung zum Umspannwerk |
| 3.000 – 3.500 €/ha/Jahr | Gute Lage, niedrige Bodenpunkte oder benachteiligtes Gebiet, solider Netzanschluss |
| 3.500 – 4.000 €/ha/Jahr | Sehr gute Lage, Nähe zu Umspannwerk, große Fläche, EEG-förderfähig |
Standortvorteile Niedersachsens
Große verfügbare Flächen
Niedersachsen verfügt über rund 2,6 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Viele dieser Flächen sind aufgrund ihrer Bodenqualität oder Lage für die klassische Landwirtschaft weniger rentabel, eignen sich aber hervorragend für Solarparks. Besonders in der Lüneburger Heide und im Emsland gibt es große, zusammenhängende Flächen, die für Großprojekte ideal sind.
Flaches Terrain
Das überwiegend flache Terrain Niedersachsens ist ein großer Vorteil für den Bau von Solarparks. Flache Flächen ermöglichen eine optimale Ausrichtung der Module nach Süden und minimieren Verschattungen. Das senkt die Baukosten und erhöht den Ertrag.
Kombination mit Windkraft
Niedersachsen ist das führende Bundesland bei der Windenergie. Für Flächeneigentümer kann die Kombination aus Windkraft und Photovoltaik auf benachbarten Flächen besonders interessant sein. Die Windkraftinfrastruktur bringt bereits gut ausgebaute Netzanschlusspunkte mit, die auch für Solarparks genutzt werden können.
Wasserstoffstrategie
Niedersachsen setzt stark auf grünen Wasserstoff. Die steigende Nachfrage nach erneuerbarer Stromerzeugung für die Wasserstoffproduktion treibt auch die Nachfrage nach Solarstandorten in der Region.
Gut zu wissen
In Niedersachsen nutzen viele Projektentwickler bestehende Netzanschlüsse von Windparks für benachbarte Solarparks. Das reduziert die Anschlusskosten erheblich und macht Flächen in der Nähe von Windparks besonders attraktiv.
Regionale Muster in Niedersachsen
Die folgenden Spannen sind typische Orientierungswerte. Der tatsächliche Pachtpreis ergibt sich aus den konkreten Standortfaktoren einer einzelnen Fläche.
Emsland und Grafschaft Bentheim
Große, zusammenhängende Flächen mit überwiegend sandigen Böden und niedrigen Bodenpunkten. Dünn besiedelt, gut für Großprojekte. Netzinfrastruktur durch den starken Windkraftausbau gut ausgebaut. Beobachtete Spanne: 3.000 bis 4.000 Euro pro Hektar und Jahr.
Lüneburger Heide
Sandige, nährstoffarme Böden mit niedrigen Bodenpunkten, in der Regel EEG-förderfähig. Flächen groß und verhältnismäßig kostengünstig. Beobachtete Spanne: 3.000 bis 3.500 Euro pro Hektar und Jahr.
Weserbergland und Harz-Vorland
Hügeligere Flächen (Planung etwas aufwändiger), dafür häufig in benachteiligten Gebieten und EEG-förderfähig. Beobachtete Spanne: 2.500 bis 3.500 Euro pro Hektar und Jahr.
Ostfriesland
Windgeprägt, zunehmend auch für Solarparks interessant. Flaches Terrain und gute Netzinfrastruktur, allerdings Sonneneinstrahlung im Küstenbereich etwas geringer als im Landesinneren. Beobachtete Spanne: 2.500 bis 3.500 Euro pro Hektar und Jahr.
Südniedersachsen
Rund um Göttingen und Northeim, höhere Sonneneinstrahlung als im Norden. Bodenpunkte variieren stark; Flächen in Mittelgebirgsrandlagen häufiger förderfähig. Beobachtete Spanne: 3.000 bis 3.500 Euro pro Hektar und Jahr.
Hannover und Umgebung
Exzellente Netzinfrastruktur und Nähe zu Verbrauchszentren. Bodenpreise und Bodenpunkte tendenziell höher (EEG-Fähigkeit im Einzelfall prüfen). Flächen entlang der A2/A7 können im privilegierten Korridor liegen. Beobachtete Spanne: 3.000 bis 4.000 Euro pro Hektar und Jahr.
EEG-Förderfähigkeit in Niedersachsen
Die Förderfähigkeit nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz ist auch in Niedersachsen ein entscheidender Faktor für den Pachtpreis. Folgende Wege zur EEG-Berechtigung gibt es:
- Benachteiligte Gebiete: Teile des Harzvorlandes, des Weserberglandes und der Lüneburger Heide sind als benachteiligte Gebiete eingestuft
- Seitenrandstreifen: Flächen entlang von Autobahnen und Bahnstrecken im 200-Meter-Korridor
- Konversionsflächen: Ehemalige militärische Liegenschaften (z.B. ehemals britische Kasernen) und Industriebrachen
- Niedrige Bodenpunkte: Flächen mit besonders schlechter Bodenqualität
Gut zu wissen
Niedersachsen hat zahlreiche ehemalige Militärflächen, die als Konversionsflächen für Solarparks genutzt werden können. Diese Flächen sind nach dem EEG bevorzugt förderfähig und erzielen gute Pachtpreise.
Tipps für Flächeneigentümer in Niedersachsen
- Windpark-Nähe nutzen: Wenn Ihre Fläche in der Nähe eines bestehenden Windparks liegt, kann die vorhandene Netzinfrastruktur die Anschlusskosten für einen Solarpark deutlich reduzieren.
- Große Flächen sind gefragt: In Niedersachsen sind besonders Flächen ab 10 Hektar für Großprojekte interessant. Sprechen Sie sich gegebenenfalls mit Nachbarn ab, um zusammenhängende Flächen anbieten zu können.
- Bodenpunkte prüfen: Ermitteln Sie die Bodenpunkte Ihrer Fläche, um die EEG-Förderfähigkeit einschätzen zu können.
- Mehrere Angebote einholen: Vergleichen Sie Angebote verschiedener Projektentwickler und lassen Sie den Pachtvertrag anwaltlich prüfen.
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