Solarpflicht Bundesländer 2026: Übersicht aller Regelungen

Deutschlandkarte mit Übersicht der Solarpflicht-Regelungen in allen Bundesländern

Immer mehr Bundesländer in Deutschland führen eine Solarpflicht ein, um den Ausbau der Photovoltaik voranzutreiben. Für Gebäudeeigentümer, Bauherren und Unternehmen ist es dabei oft schwer, den Überblick zu behalten: Welche Regelungen gelten in welchem Bundesland? Welche Gebäude sind betroffen? Und welche Ausnahmen gibt es?

In diesem Artikel geben wir eine umfassende Übersicht über die Solarpflicht in allen deutschen Bundesländern mit Stand 2026 und zeigen, was Eigentümer von Dach- und Freiflächen wissen müssen.

Was bedeutet Solarpflicht?

Die Solarpflicht verpflichtet Gebäudeeigentümer, bei Neubauten oder umfangreichen Dachsanierungen eine Photovoltaikanlage oder Solarthermieanlage auf dem Dach zu installieren. Je nach Bundesland unterscheiden sich die Regelungen hinsichtlich der betroffenen Gebäudetypen, der Mindestfläche und der Ausnahmen erheblich.

Die Solarpflicht ist ein wichtiges Instrument der Energiewende, da ein Großteil der nutzbaren Dachflächen in Deutschland noch ungenutzt ist. Für Eigentümer von größeren Gewerbedächern kann die Pflicht auch eine Chance sein, durch die Verpachtung der Dachfläche zusätzliche Einnahmen zu erzielen.

Übersicht: Solarpflicht nach Bundesland

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Regelungen im Vergleich:

Bundesland In Kraft seit Neubau Dachsanierung Betroffene Gebäude Mindestanteil Dachfläche
Baden-Württemberg 2022 Ja Ja (seit 2023) Wohn- & Gewerbegebäude 60 % der geeigneten Dachfläche
Berlin 2023 Ja Ja Wohn- & Gewerbegebäude ab 50 m² 30 % der Bruttodachfläche
Hamburg 2023 Ja Ja (seit 2025) Wohn- & Gewerbegebäude 30 % der Nettodachfläche
Nordrhein-Westfalen 2024 Ja (Gewerbe) Nein Gewerbe & öffentliche Parkplätze Individuell nach Nutzfläche
Niedersachsen 2025 Ja Nein Gewerbegebäude ab 50 m² 50 % der geeigneten Dachfläche
Bremen 2025 Ja Ja Wohn- & Gewerbegebäude 50 % der geeigneten Dachfläche
Schleswig-Holstein 2025 Ja (Gewerbe) Nein Gewerbe & Parkplätze ab 100 Stellplätze Individuell
Rheinland-Pfalz 2024 Ja (Gewerbe) Nein Gewerbe ab 100 m² Nutzfläche 60 % der geeigneten Dachfläche
Bayern In Planung Geplant Geplant Voraussichtlich Gewerbegebäude Noch nicht festgelegt

Baden-Württemberg: Vorreiter seit 2022

Baden-Württemberg war das erste Bundesland, das eine umfassende Solarpflicht eingeführt hat. Seit dem 1. Mai 2022 gilt die Pflicht für alle Neubauten von Nichtwohngebäuden. Seit dem 1. Januar 2023 wurde sie auf Neubauten von Wohngebäuden und auf grundlegende Dachsanierungen ausgedehnt.

Wichtige Eckdaten:

  • Geltung: Neubau und Dachsanierung
  • Mindestanteil: 60 Prozent der geeigneten Dachfläche
  • Ausnahmen: Wirtschaftliche Unzumutbarkeit, Denkmalschutz, vollständige Verschattung
  • Besonderheit: Auch Parkplätze ab 35 Stellplätzen müssen mit PV-Anlagen überdacht werden

Gut zu wissen

In Baden-Württemberg können Eigentümer alternativ zur Dach-PV auch eine Solarthermieanlage installieren oder einen Beitrag zu einer gemeinschaftlichen Solaranlage leisten, um die Pflicht zu erfüllen.

Berlin: Solarpflicht seit 2023

Seit dem 1. Januar 2023 gilt in Berlin eine Solarpflicht für alle Neubauten und bei umfassenden Dachsanierungen. Das Berliner Solargesetz ist eines der ambitioniertesten in Deutschland und betrifft sowohl Wohn- als auch Gewerbegebäude.

Wichtige Eckdaten:

  • Geltung: Neubau und Dachsanierung
  • Mindestanteil: 30 Prozent der Bruttodachfläche (Neubau) bzw. Nettodachfläche (Bestand)
  • Schwellenwert: Gebäude ab 50 m² Nutzfläche
  • Ausnahmen: Vollständige Nordausrichtung, Denkmalschutz, wirtschaftliche Unzumutbarkeit
  • Besonderheit: Teil des „Masterplan Solarcity" mit dem Ziel von 25 Prozent Solarstrom bis 2045

Hamburg: Solarpflicht seit 2023

Hamburg hat seine Solarpflicht in zwei Stufen eingeführt. Seit dem 1. Januar 2023 gilt die Pflicht bei Neubauten, seit dem 1. Januar 2025 zusätzlich bei Dachsanierungen. Das Hamburgische Klimaschutzgesetz bildet die rechtliche Grundlage.

Wichtige Eckdaten:

  • Geltung: Neubau (seit 2023) und Dachsanierung (seit 2025)
  • Mindestanteil: 30 Prozent der Nettodachfläche
  • Ausnahmen: Technische Unmöglichkeit, wirtschaftliche Unzumutbarkeit, Denkmalschutz
  • Besonderheit: Solarthermie wird als Alternative anerkannt

Nordrhein-Westfalen: Gewerbe und Parkplätze seit 2024

Nordrhein-Westfalen hat die Solarpflicht im Rahmen der Landesbauordnung eingeführt. Seit dem 1. Januar 2024 müssen neue Gewerbegebäude und öffentliche Parkplätze mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Eine Pflicht für Wohngebäude besteht bisher nicht.

Wichtige Eckdaten:

  • Geltung: Neubau von Nichtwohngebäuden und offenen Parkplätzen
  • Schwellenwert: Parkplätze ab 35 Stellplätzen
  • Ausnahmen: Wirtschaftliche Unzumutbarkeit, technische Gründe
  • Besonderheit: Keine Pflicht für Wohngebäude und keine Pflicht bei Dachsanierung

Für Unternehmen in NRW bedeutet die Solarpflicht, dass sie bei der Errichtung neuer Gebäude die Installation von PV-Anlagen von Anfang an mitplanen müssen.

Niedersachsen: Gewerbe seit 2025

Niedersachsen hat die Solarpflicht zum 1. Januar 2025 für gewerbliche Neubauten eingeführt. Die Regelung zielt auf Gewerbe- und Industriegebäude ab und soll schrittweise erweitert werden.

Wichtige Eckdaten:

  • Geltung: Neubau von Gewerbegebäuden
  • Schwellenwert: Gebäude ab 50 m² Nutzfläche
  • Mindestanteil: 50 Prozent der geeigneten Dachfläche
  • Ausnahmen: Wirtschaftliche Unzumutbarkeit, technische Hindernisse
  • Besonderheit: Wohngebäude sind vorerst nicht betroffen

Bremen: Umfassende Regelung seit 2025

Bremen hat eine der umfassendsten Solarpflichten unter den neueren Regelungen. Seit 2025 gilt die Pflicht sowohl für Wohn- als auch für Gewerbegebäude bei Neubau und Dachsanierung.

Wichtige Eckdaten:

  • Geltung: Neubau und Dachsanierung
  • Mindestanteil: 50 Prozent der geeigneten Dachfläche
  • Ausnahmen: Denkmalschutz, wirtschaftliche Unzumutbarkeit
  • Besonderheit: Gilt auch für Wohngebäude bei umfassender Dachsanierung

Schleswig-Holstein: Fokus auf Gewerbe und Parkplätze

Schleswig-Holstein hat eine Solarpflicht für gewerbliche Neubauten und große Parkplätze eingeführt. Die Regelung trat 2025 in Kraft und konzentriert sich auf Nichtwohngebäude.

Wichtige Eckdaten:

  • Geltung: Neubau von Gewerbegebäuden und Parkplätzen
  • Schwellenwert: Parkplätze ab 100 Stellplätzen
  • Ausnahmen: Wirtschaftliche Unzumutbarkeit, technische Gründe
  • Besonderheit: Keine Pflicht für Wohngebäude

Rheinland-Pfalz: Gewerbe seit 2024

Rheinland-Pfalz hat die Solarpflicht für gewerbliche Neubauten ab 100 m² Nutzfläche eingeführt. Die Regelung gilt seit 2024 und zielt darauf ab, den Solarausbau im Gewerbesektor zu beschleunigen.

Wichtige Eckdaten:

  • Geltung: Neubau von Gewerbegebäuden
  • Schwellenwert: Ab 100 m² Nutzfläche
  • Mindestanteil: 60 Prozent der geeigneten Dachfläche
  • Ausnahmen: Wirtschaftliche Unzumutbarkeit, Denkmalschutz

Bayern: Solarpflicht in Planung

Bayern plant die Einführung einer Solarpflicht, hat bisher jedoch noch keine verbindliche Regelung verabschiedet. Im Rahmen des Bayerischen Klimaschutzgesetzes wurde die Notwendigkeit einer Solarpflicht grundsätzlich anerkannt. Es ist damit zu rechnen, dass Bayern zunächst eine Pflicht für gewerbliche Neubauten einführen wird.

Was bedeutet die Solarpflicht für Flächeneigentümer?

Die Solarpflicht betrifft primär Dachflächen. Für Eigentümer von größeren Gewerbedächern kann dies eine Gelegenheit sein, durch die Verpachtung ihrer Dachfläche an einen Solaranbieter langfristige Einnahmen zu erzielen, ohne selbst investieren zu müssen.

Auch für Eigentümer von Freiflächen ist die Entwicklung relevant: Die steigende Nachfrage nach Photovoltaik durch die Solarpflicht treibt den Ausbau insgesamt voran. Davon profitieren auch die Pachtpreise für Freiflächen-Photovoltaik.

Gut zu wissen

Die Solarpflicht gilt nur für Dachflächen. Für Freiflächen gibt es keine gesetzliche Pflicht zur Installation von Photovoltaik. Die Verpachtung von Freiflächen für Solarparks ist jedoch eine attraktive Einnahmequelle mit Pachtpreisen von bis zu 5.000 Euro pro Hektar und Jahr.

Fazit: Solarpflicht als Chance nutzen

Die Solarpflicht breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Für Gebäudeeigentümer bedeutet das, sich frühzeitig mit den Regelungen vertraut zu machen und die Installation einer PV-Anlage als Chance zu nutzen. Ob durch Eigeninstallation oder die Verpachtung der Dachfläche an einen erfahrenen Solaranbieter: Die Energiewende bietet attraktive Möglichkeiten.

Sie besitzen eine Dach- oder Freifläche und möchten wissen, welche Pachteinnahmen möglich sind? Nutzen Sie unseren kostenlosen Pachtrechner und erhalten Sie in nur 3 Minuten eine erste Einschätzung.

Pachtrechner starten

Weitere Beiträge

Was ist Ihre Dach- oder Freifläche wert?

In nur wenigen Schritten erhalten Sie eine kostenlose Ersteinschätzung Ihres Pachtpreises.