Die Nachfrage nach Flächen für Batterie-Großspeicher (BESS) wächst rasant. Mit der Energiewende und dem Ausbau von Wind- und Solarenergie braucht Deutschland dringend Speicherkapazitäten, um Schwankungen im Stromnetz auszugleichen. Für Flächeneigentümer eröffnet sich damit eine neue, attraktive Einnahmequelle mit Pachtpreisen von bis zu 12.000 Euro pro 1.000 Quadratmeter und Jahr.
Als unabhängiger Vermittler zwischen Flächeneigentümern und Projektentwicklern sehen wir bei FlächenMakler einen deutlichen Anstieg der Anfragen nach BESS-Flächen in der Nähe von Umspannwerken. Eine rein technische Einordnung des Themas finden Sie in unserem Überblicksartikel zu Batterie-Großspeicher-Anlagen (BESS), dieser Beitrag hier richtet sich speziell an Flächeneigentümer, die ihre Fläche für einen Großspeicher verpachten möchten.
Aus unserer Vermittlungspraxis
Die meisten Batteriespeicher-Anfragen, die uns erreichen, betreffen kleine Flächen von 1 bis 3 Hektar. Entscheidend ist dabei jedoch nicht die Größe, sondern die Nähe zum Umspannwerk, ideal sind 100 bis 200 Meter. Gleichzeitig ist der Netzanschluss für Batteriespeicher deutlich schwieriger als für Photovoltaik: Da Batteriespeicher nicht unter die EEG-Regelungen fallen, sind Netzbetreiber nicht an die sonst übliche 8-Wochen-Frist gebunden. Netzanfragen ziehen sich dadurch oft deutlich länger, werden häufig direkt abgelehnt und die Kommunikation ist insgesamt weniger strukturiert. Ein neuer Trend, den wir aktuell beobachten: Batterie-Kleinspeicher auf nur wenigen Quadratmetern Fläche, für sehr kleine Flächen direkt am Umspannwerk eine zunehmend relevante Option.
Sie überlegen, ob Ihre Fläche für einen Batteriespeicher in Frage kommt? Pachtpreise liegen bei 10.000–15.000 € pro Hektar, deutlich über Solar. Berechnen Sie es kostenlos in 3 Minuten.
Was sind Batterie-Großspeicher (BESS)?
Batterie-Energiespeichersysteme (Battery Energy Storage Systems, kurz BESS) sind industrielle Großspeicher, die in Containern oder modularen Einheiten auf einer Freifläche errichtet werden. Sie speichern überschüssigen Strom aus erneuerbaren Quellen und geben ihn bei Bedarf wieder ans Netz ab.
Im Gegensatz zu kleinen Heimspeichern haben BESS-Anlagen Kapazitäten von mehreren Megawattstunden (MWh) bis hin zu Gigawattstunden (GWh). Sie reagieren innerhalb von Millisekunden und sind damit ideal für die Frequenzstabilisierung und den Ausgleich kurzfristiger Netzschwankungen.
Mehr über die technischen Grundlagen und Aufgaben von Batteriegroßspeichern erfahren Sie in unserem ausführlichen Artikel über Batterie-Großspeicher-Anlagen (BESS).
Gut zu wissen
Deutschland muss laut Fraunhofer ISE seine Batteriespeicherkapazität bis 2030 auf 83 Gigawattstunden erhöhen. Ende 2024 waren erst rund 10 GWh installiert. Der Bedarf an geeigneten Flächen steigt daher massiv -- und damit auch die Pachtpreise.
Warum wächst die Nachfrage nach BESS-Flächen?
Mehrere Faktoren treiben den Boom bei Batterie-Großspeichern:
1. Ausbau erneuerbarer Energien
Je mehr Wind- und Solarenergie ins Netz eingespeist wird, desto größer werden die Schwankungen zwischen Erzeugung und Verbrauch. Batteriespeicher sind die schnellste und flexibelste Lösung, um diese Schwankungen auszugleichen.
2. Steigende Strompreisvolatilität
Auf dem Strommarkt schwanken die Preise im Tagesverlauf immer stärker. BESS-Betreiber verdienen Geld, indem sie bei niedrigen Preisen Strom einkaufen (speichern) und bei hohen Preisen verkaufen (einspeisen). Je größer die Preisschwankungen, desto lukrativer wird der Betrieb.
3. Regelenergiemarkt
Batteriespeicher können am Regelenergiemarkt teilnehmen und Dienstleistungen wie Primärregelleistung (FCR) und Sekundärregelleistung (aFRR) anbieten. Diese Märkte bieten attraktive Vergütungen.
4. Sinkende Batteriekosten
Die Kosten für Lithium-Ionen-Batterien sind in den letzten zehn Jahren um über 80 Prozent gesunken. Dieser Trend setzt sich fort und macht BESS-Projekte immer wirtschaftlicher.
Pachtpreise für Batteriespeicher-Flächen
Die Pachtpreise für BESS-Standorte sind im Vergleich zu Solar und Windkraft pro Quadratmeter besonders attraktiv:
| Flächengröße | Typische Pacht pro 1.000 m²/Jahr |
|---|---|
| 5.000 -- 10.000 m² | 8.000 -- 10.000 € |
| 10.000 -- 20.000 m² | 10.000 -- 12.000 € |
| Über 20.000 m² | Individuell, oft höher |
Rechenbeispiel: Eine Fläche von 10.000 Quadratmetern (1 Hektar) könnte bei einer Pacht von 10.000 Euro pro 1.000 m² bis zu 100.000 Euro pro Jahr einbringen.
Warum sind die Pachtpreise so hoch?
BESS-Projekte haben im Vergleich zu Solar und Wind einen deutlich geringeren Flächenbedarf, generieren aber hohe Umsätze pro Quadratmeter. Zudem sind geeignete Standorte mit passendem Netzanschluss knapp, was die Preise nach oben treibt.
Anforderungen an eine BESS-Fläche
Nicht jedes Grundstück eignet sich für einen Batteriegroßspeicher. Die wichtigsten Voraussetzungen:
Mindestgröße
- Ab 5.000 Quadratmeter (0,5 Hektar) sind BESS-Projekte wirtschaftlich umsetzbar
- Größere Flächen (1-3 Hektar) ermöglichen leistungsstärkere Anlagen und höhere Pachten
Netzanschluss
Der entscheidende Faktor ist die Nähe zu einem leistungsfähigen Netzanschlusspunkt. Idealerweise befindet sich eine Mittelspannungs- oder Hochspannungsleitung in unmittelbarer Nähe:
- Umspannwerk in der Nähe (optimal unter 2 km)
- Freie Netzkapazität für Einspeisung und Entnahme
- Transformatorstation mit ausreichender Leistung
Bodenbeschaffenheit und Zufahrt
- Tragfähiger Boden für die schweren Batteriecontainer
- Befestigte Zufahrt für Schwerlastverkehr (Anlieferung der Container)
- Ebenes Gelände bevorzugt (reduziert Erschließungskosten)
Planungsrecht
- Gewerbeflächen, Industriebrachen oder Konversionsflächen sind besonders geeignet
- Auch landwirtschaftliche Flächen können infrage kommen, wenn eine Baugenehmigung erteilt wird
- Flächen in der Nähe bestehender Windparks oder Solarparks sind besonders attraktiv (gemeinsame Netzinfrastruktur)
Aus unserer Vermittlungspraxis
Für eine BESS-Fläche haben wir aktuell eine Netzzusage mit Realisierungszeitpunkt im Jahr 2035 erhalten, also rund zehn Jahre in der Zukunft. Das ist kein Einzelfall: Weil Batteriespeicher nicht unter die EEG-Regelungen fallen, sind Netzbetreiber nicht an die sonst üblichen Fristen gebunden. Eine formale Netzzusage bedeutet daher nicht automatisch, dass das Projekt kurzfristig realisierbar ist. Für Flächeneigentümer ist neben der Zusage immer auch der Realisierungszeitpunkt ein entscheidender Faktor.
So läuft die Verpachtung für Batteriespeicher ab
1. Anfrage und Erstprüfung
Der Projektentwickler prüft Ihre Fläche auf grundsätzliche Eignung: Lage, Größe, Netzanschluss, planungsrechtliche Situation.
2. Technische Due Diligence
Detaillierte Prüfung der Netzanschlusskapazitäten, Bodengutachten und Machbarkeitsstudie. Dieser Schritt wird vom Projektentwickler finanziert.
3. Pachtvertrag
Vertragsverhandlung mit typischen Laufzeiten von 15 bis 25 Jahren. Die Pacht wird meist als Festbetrag pro Quadratmeter und Jahr vereinbart, teils ergänzt durch eine Umsatzbeteiligung.
4. Genehmigung und Bau
Der Projektentwickler beantragt die Baugenehmigung und errichtet die Anlage. Die Bauzeit beträgt typischerweise 6 bis 12 Monate -- deutlich kürzer als bei Wind- oder Solarprojekten.
Batteriespeicher kombiniert mit Solar oder Wind
Besonders interessant wird es, wenn Batteriespeicher in Kombination mit einer Photovoltaikanlage oder einem Windpark auf derselben oder einer benachbarten Fläche errichtet werden. Die Vorteile:
- Gemeinsamer Netzanschluss reduziert Kosten
- Höhere Vergütung durch Innovationsausschreibungen des EEG
- Optimierte Netzeinspeisung durch Speicherung von Produktionsspitzen
- Zusätzliche Pachteinnahmen aus der kombinierten Nutzung
Was ist Ihre Fläche wert?
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