Batterie-Großspeicher-Anlagen (BESS): Aufgaben, Förderung, Kosten

Batterie-Großspeicher-Anlage (BESS) für die Energiewende und Stromnetzstabilität
Das Wichtigste in Kürze

Batterie-Großspeicher (BESS) sind industrielle Energiespeicher, die überschüssigen Strom aus erneuerbaren Quellen zwischenspeichern und Netzschwankungen innerhalb von Sekunden ausgleichen. Deutschland muss seine installierte Speicherkapazität bis 2030 von rund 10 GWh auf 83 GWh erhöhen, eine Verachtfachung. Für BESS-Standorte reichen bereits 1 bis 2 Hektar Fläche aus; entscheidend ist die Nähe zu einem Umspannwerk. Die Kosten pro kWh Speicherkapazität sind in den letzten zehn Jahren um über 80 Prozent gesunken.

Batteriegroßspeicher sind Schlüsseltechnologien für die Energiewende und Stromnetzstabilität. Mit ihrer Fähigkeit, überschüssigen Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne zu speichern und bei Bedarf schnell wieder abzugeben, bieten sie eine Lösung für die Herausforderungen der schwankenden Energieerzeugung.

Dieser Artikel erklärt die Technologie und den Markthintergrund von Batterie-Großspeichern. Wenn Sie als Flächeneigentümer Ihre Fläche für einen Großspeicher verpachten möchten, finden Sie die entsprechenden Informationen in unserem Artikel Fläche für Batteriespeicher verpachten.

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Was sind Batterie-Großspeicher?

Batteriegroßspeicher sind große Energiespeichersysteme, die darauf ausgelegt sind, signifikante Mengen an elektrischer Energie zu speichern und bei Bedarf ins Stromnetz einzuspeisen. Diese Speicher haben typischerweise eine Kapazität von mehreren Megawattstunden (MWh) bis hin zu mehreren Gigawattstunden (GWh) und werden oft in Containern oder modularen Einheiten gebaut.

Der Unterschied zum Heimspeicher liegt im Maßstab: Während Hausbatterien meist im Kilowattstunden-Bereich arbeiten und auf die Optimierung des Eigenverbrauchs zielen, speichern Großspeicher Megawatt- bis Gigawattstunden und stabilisieren das gesamte Stromnetz durch Frequenzregelung und Ausgleich kurzfristiger Schwankungen. Sie brauchen spezialisierte Infrastruktur mit leistungsfähigen Transformatoren, Wechselrichtern und Netzanschlüssen und verdienen ihr Geld auf Systemebene, etwa durch Teilnahme an den Regelenergiemärkten.

Batterie-Großspeicher: Überschüssiger Strom aus Sonne und Wind wird gespeichert und bei Dunkelflaute sekundenschnell wieder ins Netz eingespeist.
Batterie-Großspeicher nehmen überschüssigen Strom aus erneuerbaren Quellen auf und liefern ihn bei Bedarf sekundenschnell zurück ins Netz, die Grundlage für ein stabiles Stromsystem.

Aufgaben der Batterie-Großspeicher

Batteriegroßspeicher sind sehr effizient (über 90 Prozent) und können sehr schnell reagieren, indem sie innerhalb von Sekunden ihre volle Leistung bereitstellen. Diese Eigenschaften machen sie ideal, um kurzfristige Schwankungen im Stromnetz auszugleichen.

Laut einer Studie des Fraunhofer ISE muss Deutschland bis 2030 seine Batteriespeicherkapazität auf 83 Gigawattstunden erhöhen, fast 200-mal mehr als derzeit.

Gut zu wissen

Deutschland muss seine Batteriespeicherkapazität bis 2030 auf 83 Gigawattstunden erhöhen -- fast 200-mal mehr als derzeit installiert. Gleichzeitig sind die Kosten pro kWh Speicherkapazität in den letzten zehn Jahren um über 80 % gesunken.

Integration und Stabilisierung durch Batteriespeicher

Batteriegroßspeicher sind essenziell für die Stromnetzstabilität, insbesondere durch ihre Fähigkeit, flexibel auf Schwankungen in Angebot und Nachfrage zu reagieren. Überschussproduktion tritt häufig bei starker Sonneneinstrahlung und starkem Wind auf. In solchen Zeiten können Batteriespeicher den überschüssigen Strom speichern und bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen.

Bewältigung von Dunkelflauten

Dunkelflauten sind Phasen, in denen wenig bis keine erneuerbare Energie aus Wind und Sonne zur Verfügung steht. Während solcher Perioden können Batteriegroßspeicher den gespeicherten Strom nutzen, um die Nachfrage zu decken und so die Netzstabilität zu gewährleisten. Diese Funktionalität verringert die Abhängigkeit von fossilen Backup-Kraftwerken.

Netzdienlichkeit von Batteriegroßspeicher

Batteriespeicher bieten wichtige netzdienliche Dienstleistungen wie Frequenzregulierung und Spannungsstabilisierung. Sie können kurzfristige Energie bereitstellen, um Schwankungen im Stromnetz auszugleichen, und damit die Effizienz und Zuverlässigkeit des gesamten Energiesystems erhöhen.

Kosteneinsparung

Ein weiterer Vorteil ist die potenzielle Entlastung des EEG-Kontos um bis zu drei Milliarden Euro pro Jahr. Durch den Ausbau von Netzspeichern können Kosten für Netzeingriffe und Redispatch-Maßnahmen erheblich reduziert werden.

Förderungen für Batteriespeicher

Innovationsausschreibungen gehören zu den öffentlichen Ausschreibungen, die von der Bundesnetzagentur im Rahmen des EEG durchgeführt werden. Sie fördern innovative Projekte, die erneuerbare Energien und Speicher kombinieren.

Für Betreiber von Batteriegroßspeichern bedeutet das eine erhöhte Vergütung über 20 Jahre, einen erleichterten Marktzugang und gezielte Förderung effizienter Technologien.

Die Bundesnetzagentur hat im März 2024 den Höchstwert für die Innovationsausschreibungen auf 9,18 Cent pro Kilowattstunde festgelegt (§ 85a Absatz 1 und 2 EEG).

Kosten der Anlagen

Die Kosten für Batteriegroßspeicher sind in den letzten Jahren massiv gesunken. Der Preis pro Kilowattstunde (kWh) Speicherkapazität hat sich in den letzten zehn Jahren um mehr als 80% reduziert.

Der Trend sinkender Preise setzt sich fort. Dies macht den Betrieb von Batteriegroßspeichern immer rentabler.

Die Kombination von Photovoltaikanlage und Batteriespeicher ermöglicht es Hausbesitzern und Unternehmen, ihren eigenen Solarstrom zu speichern und selbst zu nutzen. Zudem können Batteriegroßspeicher auch zur Stabilisierung des Stromnetzes eingesetzt werden.

Welche Flächen eignen sich für PV-Großspeicher?

Die Wahl der geeigneten Fläche für einen PV-Großspeicher ist ein wichtiger Faktor für die Rentabilität der Anlage. Grundsätzlich eignen sich viele Flächen für die Installation.

Wichtig ist jedoch:

  • Die Nähe zu einem Umspannwerk: Der Speicher sollte möglichst nah an einem Umspannwerk liegen, um die Verluste bei der Einspeisung des Stroms in das Netz zu minimieren. Idealerweise sollte die Entfernung wenige hundert Meter betragen.

  • Ausreichende Größe: Die Fläche muss nicht allzu groß sein. 1 bis 2 Hektar sind in der Regel ausreichend, um einen Großspeicher mit einer Leistung von mehreren Megawattstunden zu installieren.

  • Geeigneter Untergrund: Der Untergrund sollte tragfähig sein und ausreichend Platz für die Installation der Speichermodule und der zugehörigen Technik bieten.

  • Zugänglichkeit: Die Fläche muss gut zugänglich sein, damit die Speichermodule und die Technik problemlos transportiert und installiert werden können.

  • Umgebungsbedingungen: Die Umgebungsbedingungen sollten für die Installation und den Betrieb des Speichers geeignet sein.

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Über den Autor

Foto von Stefan Köhn
Stefan Köhn · Geschäftsführer · LinkedIn

Stefan Köhn ist Geschäftsführer der FlächenMakler GmbH. Er verantwortet die Vermittlung zwischen Flächeneigentümern und Projektentwicklern für Photovoltaik- und Windkraftprojekte.

Veröffentlicht am 27. Juli 2023 · Zuletzt aktualisiert am 06. Mai 2026

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