Die Verpachtung von Flächen für Windkraftanlagen gehört zu den lukrativsten Möglichkeiten, mit Grundbesitz regelmäßige Einnahmen zu erzielen. Mit Pachtpreisen zwischen 20.000 und 130.000 Euro pro Windrad und Jahr übertrifft die Windenergie die Erträge klassischer Landwirtschaft um ein Vielfaches. Doch welche Voraussetzungen muss Ihre Fläche erfüllen und wie läuft der Prozess ab?
Als unabhängiger Vermittler zwischen Flächeneigentümern und Projektentwicklern vermittelt FlächenMakler Flächen sowohl für Solar- als auch für Windkraftprojekte. Die folgenden Informationen stammen aus dieser Vermittlungspraxis.
Aus unserer Vermittlungspraxis
Der häufigste Grund, warum uns angebotene Flächen für Windkraft nicht weitergehen: Sie liegen nicht in einem ausgewiesenen Windvorrang- oder Windeignungsgebiet. Nur Flächen, die im jeweiligen Regionalplan dafür vorgesehen sind, können für Windkraft genutzt werden. Die meisten Flächen, die uns angeboten werden, sind das nicht, oft ohne dass die Eigentümer es wissen. Die Recherche ist aufwendig, weil die Regionalpläne nicht zentral zusammengeführt sind, sondern bei den einzelnen Regionalverbänden bzw. Bezirksregierungen liegen. Prüfen Sie den Status Ihrer Fläche daher vor einer Anfrage.
Pachteinnahmen für Windkraftflächen können 60.000–120.000 € pro Anlage und Jahr erreichen. Berechnen Sie kostenlos, was Ihre Fläche wert sein könnte.
Was bedeutet es, eine Fläche für Windkraft zu verpachten?
Bei der Verpachtung einer Fläche für Windkraft stellen Sie als Grundstückseigentümer einem Projektentwickler oder Betreiber Ihr Land für die Errichtung und den Betrieb von Windenergieanlagen (WEA) zur Verfügung. Im Gegenzug erhalten Sie eine jährliche Pacht, die deutlich über den Erträgen einer landwirtschaftlichen Nutzung liegt.
Der Vorteil: Auch wenn auf Ihrer Fläche Windräder stehen, kann ein großer Teil des Grundstücks weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden. Lediglich die Standorte der Fundamente, Kranstellflächen und Zuwegungen werden direkt beansprucht.
Pachtpreise für Windkraft im Überblick
Die Höhe der Windkraftpacht variiert stark und hängt von mehreren Faktoren ab:
| Faktor | Einfluss auf die Pacht |
|---|---|
| Windgeschwindigkeit am Standort | Höherer Wind = höhere Pacht |
| Anlagengröße und Leistung | Größere Anlagen = höhere Pacht |
| Regionale Lage | Norddeutschland tendenziell höher |
| Anzahl der Windräder | Mehr Anlagen = höhere Gesamtpacht |
| Netzanschlusskosten | Günstige Anbindung = höhere Pacht |
Orientierungswerte für Windkraft-Pachtpreise:
- Schwache Windstandorte: 20.000 -- 40.000 € pro Windrad/Jahr
- Mittlere Windstandorte: 40.000 -- 80.000 € pro Windrad/Jahr
- Starke Windstandorte: 80.000 -- 130.000 € pro Windrad/Jahr
Detaillierte Informationen zu den Pachtpreisen finden Sie in unserem separaten Artikel über Windkraft Pachtpreise pro Windrad.
Gut zu wissen
Neben der direkten Standortpacht erhalten viele Gemeinden zusätzlich eine kommunale Beteiligung von 0,2 Cent pro kWh gemäß § 6 EEG. Bei einer modernen 5-MW-Anlage entspricht das rund 20.000 bis 25.000 Euro pro Jahr für die Gemeinde.
Voraussetzungen für eine Windkraft-Fläche
Nicht jede Fläche eignet sich für Windkraftanlagen. Folgende Kriterien müssen in der Regel erfüllt sein:
Windvorranggebiet oder Eignungsgebiet
Die wichtigste Voraussetzung ist die planungsrechtliche Zulässigkeit. In den meisten Bundesländern werden in der Regionalplanung sogenannte Vorrang- oder Eignungsgebiete für Windenergie ausgewiesen. Liegt Ihre Fläche in einem solchen Gebiet, stehen die Chancen gut.
Seit dem Wind-an-Land-Gesetz (2023) sind die Bundesländer verpflichtet, bis 2032 insgesamt 2 % der Bundesfläche für Windenergie auszuweisen. Dies eröffnet vielen Flächeneigentümern neue Möglichkeiten.
Mindestabstände
Je nach Bundesland gelten unterschiedliche Abstandsregelungen zu Wohnbebauung:
- Allgemeine Regel: 600 bis 1.000 Meter zur nächsten Wohnbebauung
- Bayern (10H-Regel): Das Zehnfache der Anlagenhöhe (wird schrittweise gelockert)
- NRW: 1.000 Meter zu Wohngebieten
Weitere Voraussetzungen
- Mindestflächengröße: Ab ca. 3 bis 5 Hektar für ein einzelnes Windrad
- Windverhältnisse: Durchschnittliche Windgeschwindigkeit von mindestens 5,5 m/s in Nabenhöhe
- Netzanschluss: Ein Einspeisepunkt in erreichbarer Nähe
- Keine Naturschutz-Konflikte: Kein FFH-Gebiet, kein Vogelschutzgebiet, keine artenschutzrechtlichen Hindernisse
So läuft die Verpachtung ab
Schritt 1: Erstbewertung der Fläche
Ein Projektentwickler prüft Ihre Fläche auf grundsätzliche Eignung: Liegt sie in einem Vorranggebiet? Wie sind die Windverhältnisse? Gibt es Konflikte mit Natur- oder Denkmalschutz?
Schritt 2: Windmessungen und Gutachten
Professionelle Windgutachten ermitteln die tatsächlichen Windverhältnisse am Standort. Diese Messungen dauern in der Regel 12 bis 24 Monate und werden vom Projektentwickler finanziert.
Schritt 3: Pachtvertrag
Nach positiver Bewertung wird ein Pachtvertrag ausgehandelt. Typische Vertragsinhalte:
- Laufzeit: 20 bis 25 Jahre, oft mit Verlängerungsoption
- Pachthöhe: Festbetrag oder Beteiligung am Ertrag (häufig 5-8 % des Umsatzes)
- Nutzungsentschädigung für Zuwegungen und Kabeltrassen
- Rückbauverpflichtung nach Vertragsende
Schritt 4: Genehmigung und Bau
Der Projektentwickler übernimmt das Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG). Die Genehmigung kann 1 bis 3 Jahre in Anspruch nehmen. Der Bau selbst dauert dann nur wenige Monate.
Windkraft vs. Solar: Ein Vergleich für Flächenverpächter
| Kriterium | Windkraft | Solar |
|---|---|---|
| Pachteinnahmen pro Hektar | Sehr hoch (20.000-130.000 €/WEA) | Mittel (2.000-3.500 €/ha/Jahr) |
| Weiternutzung der Fläche | Großteil weiter landwirtschaftlich nutzbar | Fläche weitgehend belegt |
| Genehmigungsdauer | 1-3 Jahre | 6-18 Monate |
| Vertragslaufzeit | 20-25 Jahre | 20-30 Jahre |
| Standortanforderungen | Windvorranggebiet, Abstände | Geringere Anforderungen |
| Akzeptanz | Teils umstritten | Höhere Akzeptanz |
Einen ausführlichen Vergleich beider Technologien finden Sie in unserem Artikel Photovoltaik oder Windkraft.
Vertragliche Aspekte: Worauf sollten Sie achten?
Bei einem Windkraft-Pachtvertrag gibt es einige wichtige Punkte:
- Pachtstruktur: Bevorzugen Sie eine Kombination aus Mindestpacht und umsatzabhängiger Beteiligung. So profitieren Sie von guten Windjahren und sind bei schwachen Jahren abgesichert.
- Indexierung: Vereinbaren Sie eine regelmäßige Anpassung der Festpacht an den Verbraucherpreisindex.
- Rückbaubürgschaft: Lassen Sie sich eine Bankbürgschaft für den Rückbau der Anlage geben, damit Sie nach Vertragsende nicht auf den Kosten sitzen bleiben.
- Dienstbarkeiten: In der Regel wird eine beschränkte persönliche Dienstbarkeit im Grundbuch eingetragen.
Was ist Ihre Fläche wert?
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