Wie viel Pacht für Ackerland? Aktuelle Pachtpreise 2026

Ackerland mit aktuellen Pachtpreisen nach Bundesland in Deutschland 2026
357 €/ha
Ø Pachtpreis Ackerland
560 €/ha
Höchster (NRW)
3.500 – 5.000 €
bei Solar-Verpachtung/ha
Das Wichtigste in Kürze

Der durchschnittliche Pachtpreis für Ackerland in Deutschland liegt bei rund 357 Euro pro Hektar und Jahr, ein Plus von 9 Prozent gegenüber 2020 (329 €/ha). Regional bestehen erhebliche Unterschiede: Nordrhein-Westfalen führt mit 560 €/ha, das Saarland bildet mit 99 €/ha das untere Ende. Bei Verpachtung für einen Solarpark sind auf EEG-förderfähigen Flächen 3.500 bis 5.000 Euro pro Hektar und Jahr realisierbar, etwa das Zehn- bis Fünfzehnfache der landwirtschaftlichen Pacht.

Wer Ackerland verpachtet, will den marktüblichen Pachtzins kennen, bevor er einen Vertrag unterschreibt. Dieser Artikel zeigt die aktuellen Pachtpreise nach Bundesland, erklärt die Berechnung und nennt die Faktoren, die den Preis am stärksten bewegen.

Aus unserer Vermittlungspraxis

Die meisten Flächen, die uns angeboten werden, sind kleiner als 1 Hektar. Für einen wirtschaftlichen Solarpark gilt aber: ab 1 Hektar möglich, ab 5 Hektar ideal, und je näher am Umspannwerk, desto besser. Der Grund ist die Kabeltrasse: Jeder Meter zum nächsten Netzanschluss kostet, und das Kabel muss oft durch Nachbarflächen geführt werden, was die Projektplanung zusätzlich verkompliziert. Liegt eine kleinere Fläche allerdings sehr nahe am Umspannwerk (100–200 m), eignet sie sich häufig für einen Batteriespeicher statt für einen Solarpark.

Die Pachtpreise für Ackerland in Deutschland variieren stark je nach Region. Der durchschnittliche jährliche Pachtpreis für landwirtschaftlich genutzte Flächen im Jahr 2023 lag bundesweit bei 357 Euro Pacht pro Hektar.

Ortsübliche Pachtpreise für Ackerland in 2026

Laut einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) betrug der durchschnittliche jährliche Pachtpreis bundesweit 357 Euro Pacht pro Hektar. Dies stellt einen Anstieg von 9 % gegenüber 2020 dar, als der Durchschnittspreis noch bei 329 Euro lag. Dabei zeigen sich deutliche regionale Unterschiede:

Bundesland Pachtpreis in Euro pro Hektar Pachtpreis berechnen
Thüringen 195 Euro / Hektar Jetzt Pacht berechnen »
Schleswig Holstein 479 Euro / Hektar Jetzt Pacht berechnen »
Sachsen-Anhalt 323 Euro / Hektar Jetzt Pacht berechnen »
Sachsen 214 Euro / Hektar Jetzt Pacht berechnen »
Saarland 99 Euro / Hektar Jetzt Pacht berechnen »
Rheinland-Pfalz 290 Euro / Hektar Jetzt Pacht berechnen »
Nordrhein-Westfalen 560 Euro / Hektar Jetzt Pacht berechnen »
Niedersachsen 548 Euro / Hektar Jetzt Pacht berechnen »
Mecklenburg-Vorpommern 305 Euro / Hektar Jetzt Pacht berechnen »
Hessen 207 Euro / Hektar Jetzt Pacht berechnen »
Brandenburg 185 Euro / Hektar Jetzt Pacht berechnen »
Bayern 415 Euro / Hektar Jetzt Pacht berechnen »
Baden-Württemberg 274 Euro / Hektar Jetzt Pacht berechnen »
Deutschland 357 Euro / Hektar Jetzt Pacht berechnen »

Quelle Pachtpreisspiegel: Destatis Pachtentgelt 2026

An der Spitze stehen Nordrhein-Westfalen (560 €/ha) und Niedersachsen (548 €/ha), gefolgt von Schleswig-Holstein (479 €/ha) und Bayern (415 €/ha). In diesen Regionen sind die landwirtschaftlich genutzten Flächen besonders produktiv und entsprechend begehrt. Im Saarland sind die Preise wegen geringerer Nachfrage deutlich niedriger.

Faktoren, die den Pachtpreis beeinflussen

Den größten Einfluss haben Bodenqualität und Ertragsfähigkeit: Hochwertige Böden mit hohen Bodenpunkten erzielen die besten Pachtpreise. Nähe zu Märkten und gute Verkehrsanbindung wirken preistreibend. Wo Solarprojekte oder andere nicht-landwirtschaftliche Nutzungen mitbieten, steigt der Preis zusätzlich. Inflation und allgemeine Marktentwicklung schlagen auf die Pachtpreise durch.

Berechnung der Pachtpreise

Pachtpreise werden in der Regel auf Basis des Hektarpreises berechnet. Dabei fließen Faktoren wie die Bodenqualität, die durchschnittlichen Erträge und die regionalen Marktbedingungen ein. Ein praktisches Tool zur Berechnung der Pachtpreise ist der online verfügbare Pachtrechner, der individuelle Parameter berücksichtigt und eine zuverlässige Schätzung liefert.

Hohe Pachtpreise für die Verpachtung für erneuerbare Energien

Die Verpachtung von Flächen für erneuerbare Energien ist ein lukratives Geschäft für Landbesitzer geworden.

Solarparks

Solarparks bieten eine attraktive Einkommensquelle. Die Pachtpreise für solche Flächen liegen häufig zwischen 3.500 und 5.000 Euro pro Hektar und Jahr. Diese hohen Preise sind auf die wachsende Nachfrage nach umweltfreundlicher Energie und die attraktive Vergütung nach dem EEG zurückzuführen.

Windkraftanlagen

Windkraftanlagen tragen ebenfalls zu hohen Pachteinnahmen bei. Die Pachtpreise variieren je nach Standort und Windverhältnissen, liegen aber oft zwischen 20.000 und 30.000 Euro pro Jahr und Anlage.

Batteriespeicher

Batteriespeicher sind ein weiterer aufstrebender Bereich. Diese Anlagen speichern überschüssige Energie und sorgen für eine stabile Energieversorgung.

Gut zu wissen

Während die durchschnittliche landwirtschaftliche Pacht bei 357 Euro pro Hektar liegt, erzielen Solarparks 3.500 bis 5.000 Euro pro Hektar und Jahr. Windkraftanlagen erreichen sogar 20.000 bis 30.000 Euro pro Jahr und Anlage.

Wie errechnet sich der Pachtpreis für Ackerland?

Wer sein Ackerland verpachtet, erhebt dafür eine Pacht (Vergütung). Dabei handelt es sich um eine zeitlich begrenzte Miete für das gepachtete Stück Ackerland, das der Pächter mit dem Ziel bewirtschaftet, einen Gewinn daraus zu erzielen.

Im Einklang mit den Bodenpreisen in Deutschland sind auch die Pachtpreise in den letzten Jahren angestiegen: Im Jahr 2016 erzielten deutsche Ackerflächen Pachtpreise von durchschnittlich 288 Euro pro Hektar. Fast zwei Drittel Pachtflächen stehen einem Drittel Eigentumsflächen gegenüber.

Der Pachtpreis errechnet sich im Wesentlichen durch die Bodenqualität (Bodenpunkte) und die Lage der Fläche. Jeder potentielle Pächter hat individuelle Anforderungen, die von der Nutzung der Fläche abhängen.

Solarinvestoren beispielsweise suchen Flächen, die EEG förderfähig sind. Dafür muss die Fläche entweder als Konversionsfläche ausgewiesen sein, sehr niedrige Bodenpunkte aufweisen (unter 35) oder in der Nähe einer Autobahn oder Bahnstrecke gelegen sein.

Warum steigt der Pachtpreis für Ackerland?

Die Pachtpreise für Ackerland steigen kontinuierlich durch eine Vielzahl von Faktoren. Angebot und Nachfrage sind zentrale Treiber. Dazu kommen alternative Nutzungsformen wie Solarparks, steigende Lebensmittelpreise und staatliche Subventionen.

Besonders die Nutzung von Ackerland für Solar- oder Windprojekte hat erheblich zugenommen. Die Umwandlung von Ackerland in Solarparks kann deutlich höhere Pachteinnahmen (ca. 3.500 bis 5.500 Euro pro Hektar und Jahr) generieren als traditionelle landwirtschaftliche Nutzungen.

Wird die Pacht jährlich oder monatlich ausgezahlt?

In der Regel wird der Pächter verpflichtet, den Pachtzins monatlich zu bezahlen. Es ist jedoch auch möglich, dass Verpächter den Pachtzins vierteljährlich verlangen. Im Gegensatz zum Mietrecht darf der Pachtzins während der Pachtzeit jedoch nicht erhöht werden, es sei denn, es sind im Pachtvertrag andere Regelungen getroffen.

Pachtrechner

Was ist Ihre Fläche wert?

Möchten Sie wissen, welche Pachteinnahmen Ihre Fläche erzielen kann? Nutzen Sie unseren kostenlosen Pachtrechner und erhalten Sie in nur 3 Minuten eine erste Einschätzung.

Pachtrechner starten

Über den Autor

Foto von Stefan Köhn
Stefan Köhn · Geschäftsführer

Stefan Köhn ist Gründer und Geschäftsführer der FlächenMakler GmbH. Er berät Landwirte und Gewerbeeigentümer bei der Verpachtung von Acker-, Grün- und Dachflächen für Photovoltaik- und Windkraftprojekte.

Veröffentlicht am 19. November 2023 · Zuletzt aktualisiert am 06. Mai 2026

Weitere Beiträge

Was ist Ihre Dach- oder Freifläche wert?

In nur wenigen Schritten erhalten Sie eine kostenlose Ersteinschätzung Ihres Pachtpreises.